Tunnelbauwerke in Europa: Alpen & Unterseetunnel
Ingenieurtechnische Dokumentation über die längsten Straßentunnel Europas, Absenktunnel-Technologien und Sicherheitsstandards.
Querschnittprofil: Längslüftung, Fluchtstollen und Brandmeldesysteme
1. Der Drogden-Tunnel (Öresundverbindung)
Als Teil der kombinierten Öresundquerung verbindet der 4.050 Meter lange Drogden-Tunnel die dänische Insel Amager bei Kopenhagen mit der künstlichen Insel Peberholm.
Der Tunnel wurde als Absenktunnel errichtet. Dabei wurden 20 vorgefertigte Betonelemente (jedes 176 Meter lang und 55.000 Tonnen schwer) in einen vorbereiteten Meeresbodengraben abgesenkt und wasserdicht gekoppelt. Die Tunnelröhre beinhaltet zwei separate Autobahnröhren und zwei Eisenbahnröhren.
2. Bedeutende Alpen- und Gebirgstunnel
| Tunnelbauwerk | Länge | Länder / Gebirge | Eröffnungsjahr |
|---|---|---|---|
| Lærdalstunnel | 24,51 km | Norwegen (Aurland – Lærdal) | 2000 |
| Gotthard-Straßentunnel | 16,94 km | Schweiz (Göschenen – Airolo) | 1980 |
| Arlberg-Straßentunnel | 13,97 km | Österreich (Tirol – Vorarlberg) | 1978 |
| Mont-Blanc-Tunnel | 11,61 km | Frankreich – Italien (Alpen) | 1965 |
3. Moderne Tunnelsicherheitskonzepte
Nach den verheerenden Brandkatastrophen um die Jahrtausendwende wurden europaweit verbindliche Sicherheitsrichtlinien für Tunnel im transeuropäischen Straßennetz (Richtlinie 2004/54/EG) eingeführt:
- Flucht- und Rettungswege: Querschläge zur Nachbarröhre oder zu separaten Fluchtstollen im Maximalabstand von 250 bis 300 Metern.
- Lüftungsregime: Leistungsstarke Strahlventilatoren mit gezielter Rauchabsaugung im Brandfall.
- Thermoscanner: Automatische Überhitzungserkennung an Tunneleinfahrten für LKW.